Was ist Schwellenpace beim Laufen?
Die Schwellenpace ist die wichtigste Zahl im modernen Lauftraining. Sie verankert deine Trainingszonen, definiert deine Tempoläufe und sagt deine Wettkampfzeiten voraus. Wenn du nur eine Kennzahl jenseits deiner Easy-Pace kennst, dann sollte das deine Schwellenpace sein.
Was ist die Schwellenpace genau?
Die Laktatschwelle (LT) ist die physiologische Grenze zwischen aerobem und anaerobem Laufen. Unterhalb der Schwelle baut dein Körper Laktat genauso schnell ab, wie er es produziert. Oberhalb akkumuliert Laktat, die Atmung wird unrhythmisch und du ermüdest schnell.
Bei trainierten Läufern entspricht die Schwellenpace etwa der Halbmarathon-Rennpace (für Spitzenathleten leicht schneller, für Einsteiger leicht langsamer). Sie wird auch Tempopace, T-Pace (Daniels) oder LT2 in der Sportmedizin genannt.
Typische Schwellenpaces
| Niveau | 5K-Zeit | Schwellenpace (min/km) |
|---|---|---|
| Einsteiger | 30:00 | 6:30/km |
| Hobby | 25:00 | 5:25/km |
| Trainiert | 22:00 | 4:45/km |
| Wettkampf | 18:00 | 3:55/km |
| Elite | 15:00 | 3:18/km |
So findest du deine Schwellenpace
Methode 1: 30-Minuten-Test
Nach gründlichem Aufwärmen läufst du 30 Minuten so hart wie möglich konstant. Die Durchschnittspace der letzten 20 Minuten ist ein verlässlicher Proxy für deine Schwellenpace.
Methode 2: Aktueller Wettkampf
Deine Schwellenpace liegt typischerweise innerhalb weniger Sekunden deiner Halbmarathon-Rennpace. Aus einer 10K-Zeit lässt sich die Schwellenpace als 10K-Pace + 10–15 Sekunden pro Kilometer ableiten.
Methode 3: VDOT-basiert
Trag eine aktuelle Wettkampfzeit (5K, 10K oder Halbmarathon) in einen VDOT-Rechner ein. Die T-Pace-Ausgabe ist deine Schwellenpace. WattRun macht das automatisch aus deiner Trainingshistorie.
Methode 4: Herzfrequenz (am ungenausten)
Die Schwellen-Herzfrequenz liegt bei trainierten Läufern bei 88–92 % der maximalen HF. Nutze diese Methode nur, wenn du keine Wettkampf- oder Test-Daten hast — Drift, Hitze und Dehydration verzerren HF-Werte.
Warum ist die Schwellenpace so wichtig?
- Trainingszonen werden relativ zur Schwellenpace definiert (Easy = 75–85 % der T-Pace)
- rTSS (Running TSS) nutzt die Schwellenpace als Referenz für die Belastungsberechnung
- Tempoläufe — die einzelne Einheit mit dem höchsten Trainingsertrag — werden auf Schwellenpace gelaufen
- Renntempo-Vorhersage — Halbmarathon ≈ Schwellenpace, Marathon ≈ Schwellenpace + 15–25 Sek/km
Trainingszonen basierend auf der Schwellenpace
| Zone | Name | % Schwellenpace | Zweck |
|---|---|---|---|
| Z1 | Erholung | < 70 % | Easy-Tage, Regeneration |
| Z2 | Easy / Aerob | 75–85 % | 80 % des Wochenvolumens, Grundlage |
| Z3 | Marathon-Pace | 85–94 % | Marathon-Renntempo, lange Läufe |
| Z4 | Schwelle | 95–104 % | Tempoläufe, 2×20 Min Intervalle |
| Z5 | VO₂max | 105–115 % | 3–5 Min Intervalle, 1× pro Woche |
| Z6 | Repetition | > 115 % | Kurze schnelle Reps für Speed |
Wie oft solltest du die Schwellenpace neu bestimmen?
Alle 6–8 Wochen reichen. Häufigeres Testen verschwendet harte Einheiten; seltener läufst du nach veralteten Werten. WattRuns eFTP-Pendant für Läufer leitet die Schwellenpace kontinuierlich aus Renntempo-Segmenten ab — kein expliziter Test nötig.
So verbesserst du deine Schwellenpace
- Tempoläufe — 20–40 Minuten auf Schwellenpace, 1× pro Woche
- Cruise-Intervalle — 3–5 × 1 km auf Schwellenpace mit kurzer joggender Pause
- Lockeres Volumen — 80 % der Wochenkilometer in Zone 2 für den aeroben Motor, der die Schwelle trägt
- VO₂max-Arbeit — 1× wöchentlich 3–5 Min Reps auf 5K-Pace; hebt die Decke über der Schwelle
- Konstanz — die Schwelle verbessert sich über Monate, nicht Wochen
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